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AWG Anerkennungspreis 2018 an Dr. Oliver Vietze

Datum 15.09.2018
Ort Gasthof Goldenes Kreuz Frauenfeld

Ein Anerkennungspreis für einen bescheidenen Macher

Am Samstagvormittag verlieh der Wirtschaftsflügel der Thurgauer CVP, die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft, ihren jährlichen Anerkennungspreis an den Chef der Baumer Group, Oliver Vietze. CHRISTOF LAMPART

Die Urkunde wurde Oliver Vietze vom Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG), Bruno Schlauri, Tägerwilen, überreicht. Schlauri würdigte Vietze als „echten Patron, der diese Auszeichnung verdient hat, denn Baumer ist ein Vorzeigebetrieb im Kanton, in der Schweiz und auf der ganzen Welt.“ Die Ehrung fand im Frauenfelder „Goldenen Kreuz“ und im Beisein von Politprominenz wie CVP-Nationalrat Christian Lohr, Kreuzlingen, Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stockholm, der Frauenfelder Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler und CVP-Kantonalpräsident Paul Rutishauser, Ettenhausen, statt.

Hinter dem „Team“ zurückgetreten

Wirtschaftsjournalist Armin Menzi betonte in seiner Laudatio, dass Vietze ein liberaler Geist und kantiger Unternehmer sei, der vor klaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aussagen nicht zurückschrecke. Darüber hinaus sei es ihm jedoch ein Gräuel, im Mittelpunkt zu stehen. Viel lieber unterstreiche Vietze die Verdienste seines „Teams“. Und doch wäre es ohne Vietzes visionärem Mut, welcher nach 2007 die Internationalisierung der Baumer Group vorantrieb, der grösste private Arbeitgeber in Frauenfeld heute kaum so gut aufgestellt.

Die Konkurrenz kommt aus China

In seinem Dank betonte Olivier Vietze, dass „Baumer“, welche die Nummer eins in der Schweiz bei der Herstellung von Industriesensoren ist, nach den schwierigen Jahren nach 2008 aktuell wieder etwas aufatmen könne – doch sei dies kein Grund, um sich zurückzulehnen. Im Gegenteil: Man müsse heute mehr denn je kämpfen, um Arbeitsplätze in der Schweiz halten zu können, denn die Konkurrenz sei hellwach: „In China herrscht ein richtiger Sog im Maschinen- und Anlagenbau. Dort fragt man beim Einstellungsgespräch nicht, wie viel Ferien man zugut hat und ob man 80 Prozent arbeiten kann“, so Vietze.

Am Zipfel der Weltkonjunktur

Auch mit der Masseneinwanderungsinitiative habe man sich ins eigene Fleisch geschnitten. „Wir finden seit deren Annahme fast keine qualifizierten Leute mehr, die bei uns arbeiten wollen. Aus Deutschland kommt praktisch niemand mehr zu uns. Wir müssen deshalb wieder Rahmenbedingungen schaffen, die es uns erlauben, dass es uns gut geht“, warnte Vietze vor nationalem Protektionismus. Eines ist für Vietze ganz klar: „Die Weltwirtschaft ist nicht von der Schweiz abhängig. Wir aber hängen geradezu am Zipfel der Weltkonjunktur.“ Kasten:

Blühende Landschaften

Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) der CVP Thurgau gilt als dessen Wirtschaftsflügel. Dessen rund 350 Mitglieder sind zum grossen Teil Kaderleute aus der Industrie, dem Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Eine Mitgliedschaft bei der CVP ist jedoch nicht Grundvoraussetzung für eine AWG-Mitgliedschaft. „Wir haben auch Leute aus anderen Parteien bei uns“, erklärte AWG-Präsident Bruno Schlauri. Mit dem Anerkennungspreis der AWG sollen Männer und Frauen ausgezeichnet werden, die sich wirtschaftlich und/oder gesellschaftlich nachhaltig für einen blühenden Kanton Thurgau eingesetzt haben. (art.)

Bildlegende:

AWG-Präsident Bruno Schlauri (links) überreicht Oliver Vietze den AWG-Anerkennungspreis 2018; Vietzes Ehefrau Kristiane freut sich mit.


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